Heimatminister Albert Füracker und Kunstministerin Prof. Dr. med. Marion Kiechle überreichen Dr. Tobias Hammerl und dem stellv. Landrat Wolfgang Gural die Urkunde
Heimatminister Albert Füracker und Kunstministerin Prof. Dr. med. Marion Kiechle überreichen Dr. Tobias Hammerl und dem stellv. Landrat Wolfgang Gural die Urkunde

Welche Schätze schlummern in Bayerns nichtstaatlichen Museen? Auf diese besondere Schatzsuche haben sich das Bayerische Heimatministerium und das Kunstministerium gemeinsam mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen und dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege im Rahmen des Wettbewerbs „100 Heimatschätze“ begeben.

Das Stadtmuseum Abensberg hat sich mit dem Tafelgemälde „Graf Babo und seine Frau verabschieden ihren ältesten Sohn“, welches um 1500 entstand, beworben. Das Geschlecht der Babonen ist seit dem 10. Jahrhundert in Bayern nachweisbar. Ihr Stammvater Babo war Graf im westlichen Donaugau. Er wurde berühmt durch seinen sagenhaften Kinderreichtum. Als erster aus der Babonensippe nannte sich vor dem Jahre 1138 Gebhard, Vogt von Rohr, Herr von Abensberg.

Graf Babo und seine Frau verabschieden ihren ältesten Sohn, um 1500
Graf Babo und seine Frau verabschieden ihren ältesten Sohn, um 1500

Das Tafelgemälde entstand um das Jahr 1500, vielleicht noch zu Lebzeiten Niklas, des letzten Herrn von Abensberg. Es ist über drei Meter breit und zeigt den Stammvater der Herren von Abensberg, Graf Babo, und seine Frau, die ihren ältesten Sohn verabschieden. Mit auf dem Bild sind auch alle 31 weiteren Söhne des Paars.  Babo zeugte legendäre 32 Söhne und 8 Töchter, auch wenn im Necrologium Weltenburg von „nur“ 30 Söhnen und 7 Töchtern berichtet wird. Bemerkenswert ist, dass der legendäre Kinderreichtum des Grafen Babo bereits seit dem 12. Jahrhundert als Legende kolportiert wird.

Im Inventarverzeichnis von 1899, welches Nikolaus Stark sen. angefertigt hat, ist es unter der Nummer 1f wie folgt beschrieben:

„Abschied des Grafen Wenzel von Freidenberg von seinen Eltern u. Geschwistern in Abensberg

In der Kirche Neukirchen bei Sulzbach befand sich seit vielen Jahrhunderten vorstehendes Holzgemälde (3m lang, 1m hoch), welches den Kindersegen des Grafen Babo von Abensberg zum Gegenstand der Abbildung hat.

Dieses Bild hatte ein Graf von Freidenberg in jene Kirche gestiftet, da die Grafen von Freidenberg auf Ruprechtstein die Patronatsherren dieser Pfarrei waren.

Sie stellt den Abschied des Begründers der Linie Freidenberg, des Grafen Wenzel von seinen Eltern und Geschwistern in Abensberg vor, links das gräfliche Wappen der Linie Freidenberg, rechts hoch im Hintergrund die Burg derselben. Dem Verfasser dieses Katalogs gelang es durch freundliche Vermittlung des dortigen katholischen Pfarrers Grg. Hellermann diese wertvolle Kunstproducts altdeutscher Malerei am 19. Oktbr. 1877 für die Rathhaussammlung zu erwerben.“

Die Söhne des Graf Babo (Das Babonen-Gemälde), um. 1500. Abensberg, Stadtmuseum
Graf Babo und seine Frau verabschieden ihren ältesten Sohn, um. 1500 (Foto: Foto: Bayerische Schlösserverwaltung, Maria Scherf / Andrea Gruber, München)

 

 

 

Weiterführende Links:

Grafen von Freudenberg: https://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Adelsgeschlecht)

Burg Rupprechtstein: https://de.wikipedia.org/wiki/Burgruine_Rupprechtstein

 

 

100 Heimatschätze – Gemälde ausgezeichnet