Offiziell befindet sich die Abensberger Stadtverwaltung seit dem 27. November des letzten Jahres in der Münchner Straße. Das „alte“ Rathaus ist seitdem und bis zum Ende der Umbaumaßnahmen für Besucher geschlossen – doch eine letzte Ausnahme gab es noch!

Am vergangenen Samstag, 20. Januar, bot das Stadtmuseum Abensberg im Zuge seiner Veranstaltungsreihe „Wie´s früher war…“ eine letzte Möglichkeit, die Räume zu besichtigen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Stadt Franz Piendl und Gerhard Rölz sowie der tatkräftigen Unterstützung der ehrenamtlichen Helferinnen gestaltete das Stadtmuseum ein abwechslungsreiches Programm, das die Besucher dieses Mal nicht nur in die Geschichte Abensbergs führte, sondern auch in die entlegenen Ecken des Rathauses – was auf großes Interesse stieß!

Nach den einführenden Worten der dritten Bürgermeisterin der Stadt Frau Gertraud Schretzlmeier und des Museumsleiters Dr. Tobias Hammerl begann zunächst Archivleiter Herr Piendl mit seinen Ausführungen. Er sprach im bis auf den letzten Platz voll besetzen Foyer des Herzogskastens von den unterschiedlichen Nutzungen und Umbauten im Laufe der Jahrhunderte. So dienten zum Beispiel die Räume im Erdgeschoss lange Zeit als Schranne und Brothaus, waren also zentrale Orte der Versorgung und des Handels. Daneben fanden, bis zur endgültigen Nutzung als reines Verwaltungsgebäude, zeitweise ein Tanzsaal und die lokalhistorische Sammlung sowie die Bibliothek dort ihren Platz. Auch Wohnraum bot das Rathaus – zumindest der Familie des jeweiligen Stadtschreibers in den Jahren zwischen 1819 und 1945. Über den langen Zeitraum seines Bestehens lässt sich das Rathaus demnach durchaus als „multifunktionales“ Gebäude bezeichnen – und bietet dementsprechend spannende Geschichten! Erwähnung fanden daneben unter anderem auch zwei historische Glocken, von denen Untersuchungen aus dem Jahr 1924 zu Folge mindestens eine bereits 1442 gegossen wurde. Deren Geschichte, aber auch andere Details zur Nutzung der Räume stießen bei den Besuchern auf Interesse und regten zu Nachfragen an.

Zur Erläuterung der gegenwärtigen und künftigen Gestaltung des Abensberger Rathauses folgte anschließend eine Führung durch das Gebäude selbst, die Herr Rölz von Bauamt leitete. Auch und vor allem hier war der Ansturm der Besucher gewaltig, sodass die Verantwortlichen zwischenzeitlich vor der Frage standen, ob die zahlreichen Interessenten überhaupt zeitgleich in den ehemaligen Verwaltungsräumen Platz finden würden.

Neben diesen beiden Programmpunkten standen auch Kaffee und Kuchen für die Besucher bereit, was dem Nachmittag einen entspannten und gemütlichen Charm verliehen und zum Verweilen einlud.

Geschichte(n) rund um´s Abensberger Rathaus