Eröffnung der Ausstellung

Am 7.11.2006 wurde die erste große Sonderausstellung im Herzogskasten eröffnet. Gezeigt wird das Werk des Abensberger Künstlers Ferdinand Kieslinger. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl begrüßte die 150 Gäste der Vernissage und würdigte Kieslinger als einen der bedeutendsten Söhne Abensbergs.

Nach „perlenden Rachmaninov – Arpeggien“, am Piano dargeboten von dem Abensberger Nachwuchstalent Peter Kelly, legte Museumsleiter Tobias Hammerl das Konzept der Ausstellung dar. Um die Druckerpresse Kieslingers sind im inneren Kreis Werkzeuge und Druckstöcke, im äußeren Kreis seine Werke angeordnet. Hammerl betonte, dass jede Ausstellung letztlich eine Interpretation des Werkes eines Künstlers ist.

Laudator Josef Fendl, der Ferdinand Kieslinger persönlich kannte, würdigte Kieslingers Trinität: Positiver denkender Mensch, Vollblut-Grafiker und naturverbundener Christ. Anschließend wurde die Ausstellung für die Besucher freigegeben.

Ferdinand Kieslinger – Holzschnitte 1951 bis 1983

Ferdinand Kieslinger ist durch sein künstlerisches Schaffen bis heute tief im Gedächtnis der Abensberger Bürger verankert. Man begegnet seinen Werken in Abensberg und Umgebung auf Schritt und Tritt, seien es Ölgemälde, Grafiken, Zeichnungen, Buchillustrationen und sogar Sgraffitos an Hauswänden.

Besonders faszinierte den Künstler die Arbeit mit dem lebendigen Material Holz. Bereits in seinen Frühwerken lässt sich erkennen, wie meisterlich er den Holzschnitt beherrschte. Er trieb das Schnittwerkzeug ins Holz, drückte ihm seinen persönlichen Stempel auf und vermochte doch auf bewundernswerte Art und Weise dem Holz seine Eigenheiten zuzugestehen. Deshalb gehört Kieslinger zu den bedeutendsten Holzschneidern des 20. Jahrhunderts.

Genau diesen Teil seiner Arbeit zeigt das Stadtmuseum Abensberg in diesem Herbst in einer Sonderausstellung. Es werden jedoch nicht nur Werke Kieslingers aus über dreißig Jahren künstlerischen Schaffens gezeigt, sondern auch seine Werkzeuge und seine Druckerpresse.

Den Rahmen der Ausstellung bildet einer seiner bekanntesten Zyklen:

Die » Aventinus-Moritat «, die Kieslinger anlässlich des 500. Geburtstages des berühmten Abensbergers zwischen 1976 und 1977 anfertigte. In den 13 großformatigen Holschnitten spiegelt sich Kieslingers Humor und seine Begeisterung für die bayerische Mundart wieder.

Die Schau zeigt jedoch auch den ernsten, nachdenklichen und kritischen Künstler, der nicht nur Sichtbares abbilden wollte, sondern auch Gespür für tiefer liegende Emotionen und Problematiken bewies. Motive voller Bitterkeit, schwarzem Humor und manchmal auch Melancholie bilden das Gegenstück zu Kieslingers bekannten unterhaltsamen Werken. Besonders erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang jene Bilder, die er kurz vor seinem Tod anfertigte und die teilweise unvollendet blieben.

 

Die Ausstellung war im Stadtmuseum Abensberg vom 07.11.2006 bis zum 28.02.2007 zu sehen.