Abensberger Krippenausstellung

Realistischen Darstellungen der Geburt Jesu liegt die Lehre von der hypostatischen Union, von der zweifachen Wesenheit Christi, der wahrer Mensch und wahrer Gott ist, zugrunde.

Erste Darstellungen des Weihnachtsgeschehens finden sich auf frühchristlichen Sarkophagen. Franz von Assisi hat mit seiner Krippenfeier in Greccio 1223 entscheidende Impulse für die Entstehung der Weihnachtskrippe gegeben. Die Bettelorden verbreiteten die Krippenfeiern, da sie die Armut und Bescheidenheit des Jesuskindes darstellen wollten. Von Krippen im heutigen Sinne kann erst ab dem 16. Jahrhundert gesprochen werden. Franziskaner und Jesuiten trugen besonders zur Verbreitung der Krippenfrömmigkeit bei und nutzen die Krippen als Medium der Glaubensvermittlung.

Mit dem Verbot der öffentlichen, prunkvollen Krippen während der Aufklärung und durch die Auflösung der Klöster im Zuge der Säkularisation, hielten die Krippen Einzug in die Häuser breiter Bevölkerungsschichten. Die Gläubigen verinnerlichten den Krippenbrauch. Deshalb sind Krippen für viele Menschen nie reine Schaustücke, sondern der Mittelpunkt des weihnachtlichen Haushaltes. Oft verdeutlichen die aufwendig gestalteten Krippen die enge Verbundenheit der Besitzer mit dem weihnachtlichen Heilsgeschehen.

In Zusammenarbeit mit dem Abensberger Krippenverein zeigt das Stadtmuseum Abensberg häusliche Krippen aus der Region. Form und Herkunft der Krippen sind dennoch sehr unterschiedlich. Von der Kastenkrippe aus der nördlichen Oberpfalz und Böhmen, über die niederbayerische Pscheidlkrippe bis zu afrikanischen und südamerikanischen Stücken, spannt sich der Bogen dieser Ausstellung. Große Landschaftskrippen wechseln sich ab mit der winzigen Zündholzschachtelkrippe. Die Kreativität der Hersteller drückt sich auch in der Vielfalt der verwendeten Materialien aus, Krippen aus Holz, Stein und Ton, finden sich ebenso wie solche aus Masse, Papier und Zinn.

Außerdem sind im Stadtmuseum Abensberg mehrere Krippen als Teil der Dauerausstellung zu sehen. Im 4. Obergeschoss finden sich neben barocken Kleinkrippen zwei Osterriederkrippen. Eine ist die berühmte „Kaiserkrippe“, die dem letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. zugeschrieben wird.

Der Abensberger Krippenverein und das Stadtmuseum Abensberg danken allen Leihgebern, die sich oft schweren Herzens von Ihren Krippen über die Weihnachtsfeiertage hinweg getrennt haben.

Ausstellung war vom 03.12.2009 bis zum 02.02.2012 im Stadtmuseum Abensberg zu sehen.