Es war einmal das Märchen von den Märchen. Das Stadtmuseum Abensberg lädt ein, einen Blick hinter die Kulissen der Märchen zu werfen. Wer erzählte den Grimms die Märchen? Warum hat Schneewittchen genau sieben Zwerge und was hat Darth Vader mit dem Rumpelstilzchen gemein?

Die Gattungsbezeichnung „Märchen“ existiert erst seit 200 Jahren, genau gesagt seit der Veröffentlichung der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm im Jahre 1812. Jakob und Wilhelm Grimm griffen für ihr Buch einerseits auf mündliche Überlieferung, hauptsächlich jedoch auf schriftliche Quellen zurück.

Die Geschichte der europäischen Märchenliteratur beginnt mit Francesco Straparola, der  1480 in Venedig geboren wurde. Er schrieb mit dem ab 1550 veröffentlichten Le piacevoli notti, die erste erhaltene Märchensammlung. In diesem Buch erzählt sich eine illustre Gesellschaft 13 Nächte lang Geschichten. Weit einflussreicher war jedoch das Pentamaron des Neapolitaners Giambattista Basile, welches postum 1634 erschien. Auch in dieser Erzählung werden reihum wundersame Geschichten erzählt. Dort finden sich unter anderem die ersten Fassungen von Aschenputtel, Schneewittchen, Der gestiefelte Kater und Rapunzel. Basile ist der einflussreichste europäische Märchendichter. Auf ihn griff auch Charles Perrault zurück, der 1697 Histoires ou contes du temps passé schrieb. Dem Geschmack der Zeit entsprechend ergänzte Perrault die Märchen mit einem moralischen Vers. Perrault schrieb als Erster die Geschichte vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf auf. Die Werke Straparolas, Basiles und Perraults waren die bedeutendsten schriftlichen Quellen für die Sammlung der Brüder Grimm.

Die Ausstellung widmet sich neben der Entstehungsgeschichteder europäischen Märchen schwerpunktmäßig dem in den Märchen grundgelegten Frauenbild, der Konstruktion des Bösen und der immer wiederkehrenden Märchensymbolik. Im Gegensatz zu den zahlreichen unbekannten Märchen, die aus dem durch Disney und Co. vermittelten Märchenkanon heraus gefallen sind, stehen die zeitgenössischen (Film-)Märchen.

Egal ob der Held mit Lichtschwert oder Zauberstab den Schurken entgegentritt: Die Anziehungskraft der Märchen ist bis heute ungebrochen.

Das Faltblatt der Ausstellung finden Sie hier: Faltblatt Märchenausstellung

Zu sehen war die Ausstellung im Stadtmuseum Abensberg vom 30.11.2011 bis 01.04.2012.