Wie wandelte sich die Stadt Abensberg in den letzten 200 Jahren? Wie präsentieren sich im Jahre 2007 einzelne Häuser oder ganze Straßenzüge? Und welche Veränderungen hat das alltägliche Leben im öffentlichen Raum erfahren?

Die Sonderausstellung StadtRaum Abensberg im Herzogskasten beantwortet diese Fragen: Sie veranschaulicht den Wandel von Straßen und Plätzen in und um Abensberg. Den Ausgangspunkt der Ausstellung bilden die Urkatasterpläne aus dem Jahre 1817, die im Zuge der ersten bayerischen Landesvermessung erstellt wurden.
Historische und aktuelle Fotografien, Luftbilder, Modelle und Pläne dokumentieren das Wachstum der Stadt Abensberg mit ihren Stadtteilen Arnhofen, Aunkofen, Hörlbach, Holzharlanden, Offenstetten, Pullach und Sandharlanden. Den Kern der Ausstellung bilden zahlreiche Bilder, die den vergangenen und den gegenwärtigen Raum einander gegenüberstellen. Dabei zeigen sich überraschende Veränderungen – ebenso wie unvermutete Kontinuität im Erscheinungsbild einzelner Straßen und Häuser.
Orientierung schaffen vor allem die Namen von Straßen und Plätzen. Feste Straßennamen sind jedoch eine sehr junge Erscheinung; vor 200 Jahren nämlich existierten nur Hausnummern. Einige Straßen und Plätze hatten umgangsprachliche Namen, meist abgeleitet von den dort ansässigen Handwerkern, zum Beispiel Badergasse, Bräuergasse oder Schustergasse. Später wurden viele Straßen nach berühmten Abensbergern benannt, so erhielt die Schaafgasse den neuen Titel Von-Hazzi-Straße.
Die Ausstellung hat aber den StadtRaum nicht nur als Summe von Straßen und Häusern im Blickfeld, sondern zeigt zudem Ausschnitte des öffentlichen Lebens, welches sich dort abspielt. So waren etwa die Brunnen, an denen sich die Menschen mit Wasser versorgten, Treffpunkte und Orte der Kommunikation. Mit dem Bau der Wasserleitung 1927 verschwanden die Brunnen jedoch aus dem Stadtbild.
Der öffentliche Raum war überdies ein Ort des Handels und der Arbeit. Metzger schlachteten auf der Straße Schweine, fliegende Händler verkauften Kurzwaren und vor den Häusern zupften Kinder den sommerlichen Hopfen. Kaum mehr vorstellbar sind die großen Viehmärkte innerhalb der Stadtmauern, etwa in der Ulrichstraße oder auf dem Karmelitenplatz. Arbeit und Handel sind in dieser offenen Art hier heute selten. Dafür ist der öffentliche Raum zum Ort der Freizeit und des Wohlfühlens, etwa in den Freisitzen von Cafés und Restaurants, geworden.
Die Ausstellung StadtRaum Abensberg eröffnet den Besuchern eine neue Sicht auf die Entwicklung der Stadt Abensberg und ermöglicht ihnen sie neu zu entdecken.

Die Ausstellung war im Stadtmuseum Abensberg ab Juni 2007 für einige Zeit  zu sehen.